Was macht eine Stunde im Wald mit dem Gehirn?
Ein Experiment in Berlin vergleicht einen Spaziergang im Wald mit einem Gang über eine belebte Straße.
Frühere Studien fanden, dass sich die Gehirne von Menschen, die nahe an der Natur leben, unterscheiden. Aber sind diese Menschen einfach anders, oder verändert die Natur selbst etwas in uns?
Die Untersuchung
63 gesunde Erwachsene wurden zufällig einem einstündigen Spaziergang zugeteilt, entweder im Berliner Grunewald oder entlang einer belebten Einkaufsstraße. Vor und nach dem Spaziergang wurde ihr Gehirn im fMRT untersucht, während sie eine Aufgabe mit ängstlichen Gesichtern und eine soziale Stressaufgabe lösten.
Die Ergebnisse
Nach dem Spaziergang im Wald nahm die Aktivität der Amygdala ab. Nach dem Spaziergang in der Stadt blieb sie stabil; sie stieg nicht an. Weil die Spaziergänge zufällig zugeteilt wurden, deutet die Studie auf eine Wirkung der Natur selbst hin und nicht auf die Menschen, die sie aufsuchen.
Die Bedeutung für die Architektur
Schon kurze Zeit in der Natur kann das Stresszentrum des Gehirns entlasten. Für Städte heißt das: Wald und grüne Wege in Gehweite. Für Gebäude heißt es: Wege und Ausblicke, die die Natur in den Alltag holen.
Fazit
Eine Stunde kann einen Unterschied machen. Die Natur muss nicht weit weg sein, um uns gutzutun.
How nature nurtures: Amygdala activity decreases as the result of a one-hour walk in nature. Molecular Psychiatry, 2022.
original research / doi