paul brinkmannneuroarchitecture / research

Schützt ein Wald in der Nähe dein Gehirn?

Stadtgrün, Wald und das Stresszentrum des Gehirns bei älteren Stadtbewohnern.

In Städten leben wir zwischen Straßen, Gebäuden, Parks und manchmal Wäldern. Spielt die Art der Natur um unser Zuhause eine Rolle für das Gehirn?

Die Untersuchung

Forschende des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung untersuchten 341 ältere Menschen aus der Berliner Altersstudie II, im Durchschnitt 70 Jahre alt. Sie verbanden MRT-Aufnahmen mit Karten der Flächennutzung rund um jede Wohnung: Stadtgrün, Wald, Wasser und Brachland.

Die Ergebnisse

Menschen mit mehr Wald rund um ihr Zuhause zeigten eine höhere strukturelle Integrität der Amygdala, einer zentralen Region für die Verarbeitung von Stress. Für Stadtgrün, Wasser und Brachland zeigte sich kein solcher Zusammenhang. Die Studie ist eine Querschnittsstudie; es ist also auch möglich, dass Menschen mit gesünderem Gehirn eher in Waldnähe ziehen.

Die Bedeutung für die Architektur

Für die Stadtplanung weist die Studie auf die Art der Natur hin, nicht nur auf ihr Vorhandensein. Ein Wald im Viertel kann anders wirken als eine kleine Grünfläche. Das ist ein Argument dafür, Wald in der Stadt zu erhalten und zu verbinden.

Fazit

Das Viertel, in dem wir leben, kann Teil davon sein, wie unser Gehirn altert. Der Wald gehört womöglich dazu.

Kühn et al. (2017)

In search of features that constitute an “enriched environment” in humans: Associations between geographical properties and brain structure. Scientific Reports, 7, 11920.

original research / doi