studienzusammenfassung / 012

Können artenreiche Kita-Außenräume Immunmarker beeinflussen?

Eine finnische Intervention verknüpft Veränderungen der Biodiversität mit Mikrobiota und Maßen der Immunregulation.

Ein Spielplatz ermöglicht neben Bewegung auch Kontakt mit lebendigem Material. Roslund und Kollegen untersuchten eine Biodiversitätsintervention in Kita-Außenräumen.

Die Studie

75 Kinder im Alter von 3-5 Jahren besuchten 10 finnische Kitas: 36 in vier Interventionskitas, 16 in drei Standardkitas und 23 in drei naturorientierten Kitas. Für 28 Tage wurden Waldboden, Rasensoden, Pflanzkästen und Torf eingebracht. Die Kinder wurden nicht einzeln randomisiert.

Die Ergebnisse

Das IL-10:IL-17A-Verhältnis der Interventionsgruppe stieg signifikant von 0,86 auf 1,15; Vergleichsgruppen zeigten keinen signifikanten Anstieg. Die Diversität der Gammaproteobakterien auf der Haut hing mit Veränderungen von TGF-beta1 und regulatorischen T-Zell-Maßen zusammen. Das sind spezifische Befunde zur Immunregulation, keine allgemeine 'Immunstärkung'.

Einordnung für die Architektur

Biodiversität lässt sich als Teil der materiellen Gestaltung äußerer Lernumgebungen untersuchen. Der Architekturbezug betrifft Kontaktmöglichkeiten, keine etablierte Behandlung.

Grenzen und Fazit

Die Zahl der Kitas war klein, die Nachbeobachtung kurz und die verfügbaren Proben unterschieden sich je nach Messgröße. Auch häusliche Einflüsse können wichtig sein. Krankheitsprävention oder Gehirnveränderungen wurden nicht nachgewiesen.

originalstudie

Roslund et al. (2020)
Biodiversity intervention enhances immune regulation and health-associated commensal microbiota among daycare children. Science Advances 6(42), eaba2578

doi: 10.1126/sciadv.aba2578