Kann dein Wohnviertel dein Gehirn verändern?
Wie unsere gebaute Umwelt mit der Alterung des menschlichen Gehirns zusammenhängt.
Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens in gebauten Umgebungen. Wir wohnen in Gebäuden, bewegen uns durch Straßen und sind täglich unterschiedlichen räumlichen und ökologischen Einflüssen ausgesetzt. Doch welchen Einfluss hat unsere Wohnumgebung auf unser Gehirn?
Die Untersuchung
Forschende untersuchten 334 ältere Erwachsene in Berlin über ungefähr zwei Jahre. Mithilfe von MRT-Aufnahmen analysierten sie Veränderungen der Gehirnstruktur und verglichen diese mit 25 Merkmalen der Wohnumgebung, darunter Luftverschmutzung, Bevölkerungsdichte und Flächennutzung.
Die Ergebnisse
Die Forschenden fanden Zusammenhänge zwischen bestimmten Merkmalen der Wohnumgebung und Veränderungen verschiedener Gehirnstrukturen, darunter die subkortikale graue Substanz, die weiße Substanz, die Integrität der Hirnrinde und die Größe der Hirnventrikel. Die Ergebnisse verdeutlichen, warum unsere Wohnumgebung für die Erforschung gesunden Alterns relevant sein könnte.
Die Bedeutung für die Architektur
Architektur gestaltet nicht nur Räume. Gebäude, Straßen, Grünflächen und die Organisation unserer Städte prägen unsere täglichen Umweltbedingungen. Daraus entsteht eine grundlegende Frage: Wie sollten wir unsere gebaute Umwelt gestalten, um die langfristige Gesundheit des Menschen zu unterstützen?
Fazit
Die gebaute Umwelt ist mehr als die Kulisse unseres Lebens. Ihre Zusammenhänge mit der Alterung des Gehirns besser zu verstehen, ist eine wichtige Forschungsaufgabe für eine evidenzbasierte Architektur.
Aging in the city: Linking neighborhood features with whole-brain structural and micro-structural changes during aging. Environmental Research, 303, 124671.
original research / doi