studienzusammenfassung / 009
Können Waldmikroben in unsere Wohnungen gelangen?
Ein kleines finnisches Experiment verfolgt bodenassoziierte Mikroben nach der Zugabe von Waldboden auf Eingangsmatten.
Gebäude vermitteln den Kontakt zwischen Außen- und Innenwelt. Täubel und Kollegen testeten, ob eine kleine Bodenintervention die Mikrobiota im Hausstaub verändern kann.
Die Studie
Sechs finnische Haushalte nahmen teil: Fünf erhielten in den Wochen 0, 4 und 8 jeweils 15 g Waldboden auf Eingangsmatten; einer diente als Kontrolle. Bakterien und Pilze im Staub wurden molekularbiologisch untersucht.
Die Ergebnisse
Bodenassoziierte bakterielle Signale waren in den ersten zwei Wochen nahe der Matte auf Atemhöhe von Säuglingen am stärksten und nahmen mit Abstand und Zeit ab. Veränderungen der Diversität und eines bauernhofähnlichen Mikrobiota-Index waren örtlich begrenzt. Der bodenspezifische Pilzindex zeigte keinen signifikanten Effekt.
Einordnung für die Architektur
Die Studie veranschaulicht einen möglichen Übertragungsweg von Mikroben in Innenräume. Ort und Probenhöhe sind wichtig, wenn der Kontakt zwischen Gebäuden und äußerer Biodiversität untersucht wird.
Grenzen und Fazit
Fünf Interventionshaushalte und eine Kontrolle belegen keinen allgemeinen Gesundheitsnutzen. Diese finnischen Häuser in teilweise städtischer oder ländlicher Umgebung stehen nicht für alle Wohnungen. Klinische oder Gehirnparameter wurden nicht erfasst; Bodenzugabe wurde nicht als Gesundheitsempfehlung etabliert.
originalstudie
Täubel et al. (2026)
Environmental microbiota transfer from forest soil into urban homes: a proof-of-principle study. Microbiome 14, 95